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:: Nothelfer im Dauereinsatz
Ein großer Punkt waren Hilfsprojekte in Haiti, wo vor einem Jahr ein verheerendes Erdbeben die Einwohner traf. Seitdem leben Hunderttausende in Flüchtlingslagern. Um die ärgste Not zu lindern, flogen auch drei Helfer vom Bautzener THW abwechselnd jeweils für mehrere Monate in die Karibik. „Zunächst ging es darum, Gräben anzulegen, damit die Camps in der Regenzeit nicht überflutet werden“, sagt THW-Mann Andreas Heinrich, der erst Heiligabend wieder zurück in die Heimat kam.
Kampf gegen die Cholera
Ein weiteres Problem war, die katastrophalen hygienischen Bedingungen zu verbessern, um die Ausbreitung der Cholera zu stoppen. Die Helfer richteten Toiletten ein, desinfizierten Zelte mit Chlor und verteilten zehntausendfach Eimer und Seife, damit sich die Flüchtlinge die Hände waschen können. Außerdem ging es darum, Sicherheitsmauern und Beleuchtung zu installieren: „Ein großes Problem in den Lagern sind Vergewaltigungen – wir hoffen, dass unsere Technik das Leben ein Stück sicherer macht.“
Gleichzeitig waren die Helfer in Blau auch in Heimatnähe im Einsatz. Im Mai und Juni wurden sie wegen des schlimmen Oder-Hochwassers nach Polen gerufen. Mit Hochleistungspumpen kämpften Bautzener THWler zunächst in Oppeln, später bei Krakau gegen die Flut. Im selben Zeitraum rückte das THW aus der Kreisstadt Richtung Großenhain aus: Hier galt es, Orkanschäden zu beseitigen.
Noch näher war der Großeinsatz im August gegen das Hochwasser an der Spree. Allein im Bautzener Bombardier-Werk waren direkt nach der Flut rund 100THW-Kräfte aus ganz Sachsen vor Ort, um Hallen leer zu pumpen und mit Notstromaggregaten für Energie zu sorgen. Zu den Einsätzen bei Naturkatastrophen kam noch das „Alltagsgeschäft“ – etwa Hilfeleistungen bei schweren Unfällen auf der Autobahn oder bei Erdrutschen wie an der Spreegasse in Bautzen.
38aktive Mitstreiter machen derzeit in Bautzen den Löwenanteil der Arbeit. Und beim Nachwuchs wird es schwierig: Etwa die Hälfte der THWler leisten hier ihren Wehrersatzdienst ab – der fällt jetzt durch die Aussetzung der Wehrpflicht weg. Künftig ist die Organisation ausschließlich auf freiwillige Helfer angewiesen. „Wer sich für die Allgemeinheit einsetzen will, ist herzlich willkommen“, sagt Sebastian Richter. Schließlich könne man beim THW vom Sprengen bis zum Lkw-Fahren jede Menge lernen –und vielleicht sogar ins Ausland reisen. An fehlenden Einsätzen wird es wohl nicht mangeln: „Naturkatastrophen werden wohl häufiger“, sagt Andreas Heinrich.
Von Christoph Scharf, Sächsische Zeitung
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