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:: Unfallsimulation fasziniert die Besucher

Punkt 15 Uhr rollt der alte Ford Fiesta die Anhöhe an der Großschweidnitzer Turnhalle herunter. Unten soll er auf zwei Betonhindernisse prallen, dann startet der Einsatz für die Retter. So ganz klappt diese Unfallsimulation beim ersten öffentlichkeitswirksamen Treffen der Rettungseinrichtungen des Landkreises am Sonnabend nicht: Der Fiesta verfehlt das Hindernis und kommt erst an einem Verkehrsschild zum Stehen. Alles andere geht aber nach Plan vonstatten. Rettungswagen und Notarzt vom Deutschen Roten Kreuz sowie die Polizei kommen zum „Unfallort“, kümmern sich um die zwei Testpuppen, die die Autoinsassen sind, sichern ab. Die Feuerwehr trifft ein, mit Hilfe von Spreizer und Schere wird erst die Fahrertür, später auch das Fahrzeugdach entfernt, um die Verunfallten zu retten. Unterdessen untersucht die Polizei den Unfallort, das Technische Hilfswerk sperrt die Straße, das Kriseninterventionsteam betreut Zeugen und Angehörige. Dann startet der Rettungswagen Richtung Krankenhaus, und der Autodienst Dürrhennersdorf transportiert den Unfallwagen Richtung Schrottpresse.

Es ist dieses Zusammenspiel der Rettungsinstitutionen, das für viele Besucher der ersten Rettungsmesse im Landkreis am spannendsten ist. Dutzende Foto- und Videokameras halten das Geschehen fest. Damit haben die Organisatoren ihr Ziel erreicht: Das Interesse wachzurütteln an den ehrenamtlichen Diensten, zu zeigen, welche Arbeiten nötig sind, und fürs Mitmachen zu werben. Dazu, so sind sich die Beteiligten einig, ist ein guter Anfang gemacht. „Jetzt müssen sich bei den Besuchern die vielen Eindrücke setzen“, sagt der THW-Zugführer Rico Mittag. Und dann wird sich der eine oder andere vielleicht entscheiden, ehrenamtlich bei Feuerwehr, DRK oder THW einzusteigen.

Positives Fazit

Das ist zumindest die Hoffnung. Die Messe war eine gute Möglichkeit, intensive Gespräche mit Jugendlichen, aber auch Eltern zu führen, sagt Kathleen Kirchhoff, die bei der Polizei in der Drogenprävention arbeitet. Viele Fragen zu den Auswirkungen des Drogenkonsums oder zur Vorbeugung hat sie beantwortet. Zuspruch hatte auch die Verkehrswacht des ehemaligen NOL-Kreises, die mit einer Rauschbrille oder Reaktionstestgeräten die Wirkungen von Alkohol oder Drogen zeigte.

Landrat Bernd Lange ließ sich von der Löbauer Feuerwehr 30 Meter hoch in die Luft fahren und besah sich die Rettungsmesse von oben. Welche zählbaren Ergebnisse diese Messe bringt, wird sich hingegen kaum errechnen lassen. Der 13-jährige Lucas aus Löbau fand das Gebotene zwar spannend, war aber offenbar noch nicht so richtig überzeugt, selbst ein Retter zu werden. Dennoch sind die vielen ehrenamtlich Retter überzeugt, dass es auch in Zukunft eine solche Veranstaltung geben sollte: Man könne Kontakte knüpfen und die Leute motivieren, selbst etwas zu tun, sagt etwa Marlies Lübeck von der Rettungshundestaffel in Görlitz.

Sächsische Zeitung vom 24.08.2009


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