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:: Bewohner aus Einsturz-Haus gerettet

Ein Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Technischem Hilfswerk weckte in der Nacht vom Montag zum Dienstag die Einwohner „An der Wehrbrücke“ in Neukirch. Das Haus mit der Nummer 18 drohte komplett einzustürzen. Die Feuerwehr musste die drei im Haus befindlichen Personen – eine ältere und eine jüngere Frau sowie eine jüngere männliche Person – mit Leitern über Fenster im Erdgeschoss retten. „Die Türen konnten nicht mehr geöffnet werden, weil das Haus sich verzogen hatte“, sagt Wehrleiter Wolfgang Rätze. Verletzt wurde niemand.

Schachtarbeiten sind Schuld

Grund für das Unglück ist ein Wassereinbruch, der das Gebäude unterspülte. In der Folge brach ein Teil der Gewölbedecke im Kellergeschoss ein. „Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Straftat“, sagt Polizeioberrat Frank Wobst. Möglicherweise sind Schachtarbeiten im Haus verantwortlich. Anwohner vor Ort berichteten, dass die Einwohner schon länger am und im Umgebindehaus aus dem Jahr 1782 gewerkelt hatten. – Die Feuerwehr Neukirch wurde gegen 22.30 Uhr alarmiert. 25 Kameraden rückten aus. „Wir haben die Personen gerettet und das Haus von außen mit acht Baustützen gesichert“, sagt Wolfgang Rätze.

Für weitere Maßnahmen im Inneren forderte die Feuerwehr Unterstützung beim Technischen Hilfswerk (THW) Bautzen an. Ein ansässiger Holzhandel stellte einen längeren Holzbalken zum Stützen zur Verfügung. „Ohne unsere Maßnahmen wäre das Haus früher oder später eingestürzt“, sagt Andreas Blaschke vom THW. Die Helfer pumpten das Wasser aus dem Keller und stützten im Inneren die Kellerdecke. Erst danach konnten die Kriminaltechniker der Polizei das Haus betreten. „Zum Glück war nicht die ganze Decke betroffen. Das Haus war nur teil-unterkellert“, sagt Andreas Blaschke.

Straße komplett gesperrt

Dennoch drohte akute Einsturzgefahr des Hauses. Die Bundesstraße 98, an der das Haus steht, wurde komplett gesperrt und der Verkehr über eine Parallelstraße umgeleitet. Gegen 7.30 Uhr konnte die Straße wieder frei gegeben werden. Der Einsatz von Feuerwehr und THW dauerte bis acht Uhr. Schneefall und Glätte in der Nacht machten den Einsatz schwieriger.

Am gestrigen Vormittag fand eine Begehung mit dem Eigentümer, Vertretern der Gemeinde und aus dem Landratsamt statt. „Das Haus bleibt bis auf weiteres für Wohnzwecke gesperrt“, sagt Gerald Bär, Hauptamtsleiter in Neukirch. Die Bewohner könnten jedoch kurzfristig zurück kehren, um persönlichen Gegenstände zu holen.

„Was mit dem Haus passiert, ist Sache des Eigentümers“, sagt Bürgermeister Gottfried Krause (CDU). „Eine grundhafte Reparatur ist notwendig“, sagt Gerald Bär. Beide waren noch in der Nacht vor Ort. „Die drei Bewohner sind versorgt und konnten bei Verwandten unterkommen“, sagt Gottfried Krause. Die Gemeinde stehe weiterhin mit dem Eigentümer in Kontakt.

Sächsische Zeitung vom 18.02.2009


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