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Fred Strunz, Jürgen Zoch und Martin Lindemann waren zum Beispiel am Parkplatz am Gewerbegebiet am Ochsenberg für das Licht zuständig.


Von Annett Kschieschan
Wo genau es zum Technischen Hilfswerk geht? „Immer den Blauen nach“, sagt der Mittvierziger im Arbeitsoverall und deutet unbestimmt ins Rund. Der Kamenzer Garnisonsplatz hat seine Tücken. Hier reiht sich Bürogebäude an Bürogebäude – die Verwaltungsstadt in der Stadt. Aber der Tipp war gut. Im Minutentakt rauscht einer der blauen Transporter ins Gelände. Die blauen Tore geben den letzten Hinweis. Hier hat das THW sein Domizil. Hier also laufen die technischen Fäden zusammen beim größten Ereignis, das Kamenz in den letzten Jahrzehnten zu bieten hatte – den Tag der Sachsen. Bis zu 400 000 Besucher werden in der knapp 17000-Einwohner-Stadt an diesem Wochenende erwartet.

Wer mit dem Auto kommt, muss den fahrbaren Untersatz auf einem von vier Großparkplätzen abstellen. Hier stehen auch die Männer in Blau – etwa ein Dutzend pro Schicht und Parkplatz. Sie sorgen dafür, dass die zu Parkplätzen umfunktionierten Wiesen beleuchtet sind. „Damit auch nachts jeder Besucher sein Auto wiederfindet“, sagt Alexander Weigel. Der Gruppenführer gehört zu rund 75 THWlern, die zum Tag der Sachsen Dienst schieben. Wer gerade wo ist, welches Fahrzeug wo steht, sieht er an einer großen Tafel in der Einsatzzentrale. Hier ist immer Bewegung. Unzählige Male rollt ein Auto vom Hof, weil auf einem der Plätze etwas gebraucht wird.

Unterstützer aus fünf Städten

„Die meisten von uns wohnen an den drei Tagen hier“, sagt der Haselbachtaler und deutet auf das Areal hinter der Halle. Fünf weiße Zelte stehen hier. Keine Festzelte wie sonst in der Stadt. Wohnzelte. Hier schlafen Pirnaer und Bautzener, Görlitzer, Dippoldiswalder und Riesaer. Aus diesen Städten kommt an diesem Wochenende die Verstärkung. Ein Großereignis braucht auch Großlogistik für jedwede Form der technischen Hilfe. Fahrzeuge und Notstromaggregate zum Beispiel. Lichtmasten und Powermoons. „Leuchtballons“, klärt Fred Strunz etwas später auf. Er schiebt am Sonnabend auf dem P 1 Dienst. Auf dem Wiesenparkplatz im Norden der Stadt stehen die Autos am späten Sonnabendvormittag in mehreren Reihen. Ob der Platz reicht? „Wird er“, sagt Fred Strunz und deutet in Richtung Wald. Bis an den Rand könne der Parkplatz erweitert werden. Die THWler sind entspannt. Bislang ist alles optimal gelaufen. Der Feststart am Freitag und die erste Hälfte des Sonnabends. Halbzeit beim Sachsentag. Neben Fred Strunz steht Jürgen Zoch vom THW Bautzen. Man kennt und schätzt einander. „Grad mit den Bautznern arbeiten wir oft und gut zusammen“, sagt Fred Strunz. An diesem Wochenende heißt das: Im Zwei-Schicht-System von 8 bis 18 Uhr und von 18 Uhr „bis open end“, wie Martin Lindemann vom THW Kamenz sagt. Vom eigentlichen Tag der Sachsen bekommen die Männer hier draußen ebenso wenig mit wie ihre Kollegen in der Zentrale am Garnisonsplatz.

Beim Festumzug dabei

Ein Abstecher zum Fest sei nach der Schicht schon drin, sagt Alexander Weigel. Viele schlafen da allerdings lieber mal ein paar Stunden. Auch um die Versorgung kümmert sich das THW selbst. Am Sonnabend werden Buletten gebraten. Dazu gibt‘s Kartoffeln und Gemüse. Man kümmert sich umeinander. Das sei so beim THW. Viele der Männer sind schon lange dabei. Alexander Weigel seit 15 Jahren. „Man kann Menschen helfen“, begründet der Familienvater. Frau und Kinder haben Verständnis. Auch der Arbeitgeber.

Wer sich hier engagiert, braucht gleichermaßen ein Gefühl für Technik und für Menschen. Die THWler sind auch in Erster Hilfe fit. Die Erfahrenen geben ihr Wissen an die Jungen weiter. Das Kamenzer THW ist stolz auf die eigene Jugendtruppe. Ob die auch beim Tag der Sachsen aktiv ist? „Klar“ sagt Alexander Weigel. „Die machen doch beim Umzug mit“. Ein bisschen Mitfeiern muss doch sein.

Sächsische Zeitung vom 05.09.2011


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