
Der Leiter des Autobahnpolizeireviers Bautzen lud die Bergungs- und Abschleppunternehmen und die Verantwortlichen des THW-Ortsverbandes Bautzen zu einem Erfahrungsaustausch ein. Auch der VBA entsandte zu der Besprechung einen Vertreter. Die Autobahnpolizei Bautzen wollte für ihren Zuständigkeitsbereich mit den Abschleppunternehmern die Möglichkeiten der Unterstützung durch das THW bei besonderen Verkehrslagen erörtern. Eingangs der Besprechung zeigte die Polizei bei einer Diapräsentation neben einer Reihe von vorbildlichen Bergungs- und Abschleppeinsätzen örtlicher Unternehmen auch einen Einsatz einer in der VSS e.V. gelisteten Firma, der das Ansehen der Bergungs- und Abschleppdienste sicherlich nicht fördert. Es darf nicht sein, dass die Polizei bei einem Lkw-Unfall auf der Autobahn stundenlang auf das Eintreffen des Abschleppdienstes warten muss und anschließend sich die Räumung der Unfallstelle wegen offensichtlich fehlender Fachkompetenz des Abschlepppersonals und mangelhafter Ausrüstung sich erheblich verzögert. Der VBA hat volles Verständnis für die Kritik der Polizei an einer derart mangelhaften Dienstleistung und sieht dabei die Gefahr, dass deshalb auch der Ruf nach einem schnellen Einsatz von Hilfsorganisationen erfolgen kann. Bei der vom Chef der Autobahnpolizei souverän geleiteten Diskussion über die Unterstützungsmöglichkeiten des THW konnten die VBA-Verbandsmitglieder auf ihre Leistungsfähigkeit, ihre Zuverlässigkeit und auch ihre finanziellen Anstrengungen für eine ständige Einsatzfähigkeit mit modernen und geeigneten Einsatzmitteln hinweisen. Auch das THW wies darauf hin, dass die Hilfsorganisation auf keinem Fall in Konkurrenz zu den Bergungs- und Abschleppunternehmen treten werde. Das THW bot ihre Hilfe für besondere Verkehrslagen und Situationen an, bei denen sie sowohl die Polizei als auch die Privatunternehmen zum Beispiel beim Umladen der Ladung verunglückter Lastfahrzeuge bzw. zum Absichern von Unfallstellen unterstützen kann. Zu Umladearbeiten kann das THW aber nur dann zum Einsatz kommen, wenn geeignete private Unternehmen nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen und sich deshalb die Bergungsarbeiten verzögern würden. Die Polizei wird zwar bei besonderen Verkehrslagen nach den Vorgaben des Innenministeriums das THW an Unfallschwerpunkten für notwendige Soforteinsätze bereithalten, aber für die endgültige Räumung der Unfall- oder Pannenstellen wird sie nur die privaten Bergungs- und Abschleppunternehmen anfordern. Der VBA hat volles Verständnis für die Erwartung der Polizei, dass nur fachlich kompetente und absolut zuverlässige Unternehmen in der VSS e.V. gelistet werden und Problemfirmen, wie eingangs im Beispiel aufgezeigt, von den Verantwortlichen konsequent von der Rufliste gestrichen werden. Der Erfahrungsaustausch der Autobahnpolizei Bautzen mit den Bergungs- und Abschleppunternehmern und dem THW zeigt, dass Polizei, Dienstleister und Hilfsorganisationen zum Wohle der Allgemeinheit Hand in Hand zusammenarbeiten können, ohne dass staatliche Einrichtungen (das THW) in Konkurrenz zu den privatwirtschaftlichen Unternehmen treten. Mit Stolz registrierte der Vertreter des VBA, dass die aufgezeigten mangelhaften Leistungen kein VBA-Mitglied betrafen. Weiter zeigte das Ergebnis der Besprechung, dass die Geeignetheit und Zuverlässigkeit der Bergungs- und Abschleppunternehmen einer Konkurrenz durch Hilfsorganisationen vorbeugen können.