08.09.2020, von André Stickel

Jetzt gehts dem Käfer an die Borke

Das THW als Forsthelfer im Staatsbetrieb Sachsenforst

Katastrophenstimmung! Und das nicht nur in sächsischen Wäldern!

Denn historisch gesehen, stehen unsere Wälder derzeit vor der größten Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg, als es derzeit zum größten Holzeinschlag für die Zahlung von Reparationen gekommen war.

Um zu verstehen, warum dies so ist, gehen wir einmal zurück in das Jahr 2017.

Damals fegten mehrere Orkantiefs über Europa, und richteten riesigen Schaden an unseren Wäldern an. Das Problem mit den entwurzelten Bäumen war, dass sie nach den Stürmen, und noch vor der Borkenkäfersaison, nicht schnell genug aus dem Wald gebracht werden konnten. Es gab außerdem auch keinen Bedarf für die plötzliche Übermenge an Holz.

Seit drei Jahren kämpft der Staatsbetrieb Sachsenforst also gegen eine sich immer weiter entwickelnde Plage namens Buchdrucker (Borkenkäfer), der es sich an den Fichten zwischen Stamm und Borke gemütlich gemacht hat, und dort hervorragende Bedingungen für seine Brut gefunden hat. Auch die folgenden trockenen Jahre haben dafür gesorgt, dass der Käfer statt der üblichen zwei Generationen nun mehr 4 Generationen ausgebrütet hat, und das mit jedes Mal 30 Eiern pro Weibchen!

Die einzige Maßnahme, die gegen diesen Forstschädling hilft, ist das Fällen der betroffenen Fichten, das Abschälen ihrer Rinde und das Verbringen der Stämme aus dem Wald! Danach muss wieder mit einem Baum aufgeforstet werden der weniger anfällig für den Borkenkäfer ist, und mit seinen Wurzeln tiefer in den Boden wächst. Weißtannen haben sich von daher gut bewährt, und werden derzeit zur Wiederaufforstung verwendet.

17.000 Kubikmeter Käferholz, haben die Mitarbeiter des sächsischen Staatsbetriebes bereits in diesem Jahr aus den Wäldern geholt. Und es werden voraussichtlich noch bis zu 23.000 Kubikmeter werden. Aufgaben, die ohne Manpower schlichtweg nicht zu bewerkstelligen sind, und mit welchen der Staatsbetrieb Sachsenforst nun seit 2017 am Rande seiner Belastungsgrenze steht.

So kam es Anfang September zu einem Amtshilfeersuchen an das Technische Hilfswerk, weil unter anderem auch die bereitstehenden Weißtannensetzlinge in den Boden mussten. Denn die warten bereits seit August auf ihre Einpflanzung!

Ab der Woche vom 7.9.2020 rückten daher verschiedene Ortsverbände des Technischen Hilfswerkes aus, um zu tun was sie am besten können.

Zu helfen, wenn die Not am Größten ist!

Wir fällen und schälen die betroffenen Fichten, damit sie die Mitarbeiter von Sachsenforst aus dem Wald bringen können. Und wir forsten die so entstandenen Freiflächen mit tausenden von Weißtannen wieder auf.

Wir hoffen mit unserer Hilfe einen wertvollen Beitrag für die Gesunderhaltung unserer Wälder zu leisten!


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